Vereinsnamen

Der Musikverein Eintracht

Aber unter der friedlichen Oberfläche der Harmonie gärte und brodelte es, die herrschende Unruhe führte dazu, dass eine größere Anzahl von Mitgliedern aus dem Verein austrat. Es kam sogar unter Wilhelm Bannwarth und Johann Eiche zur Gründung eines neuen Musikvereins, der Eintracht, der sich durch günstige Umstände sehr gut entwickelte und seinem Namen besondere Ehre machte. Wir erlebte also in der kleinen Stadt nicht den sonst üblichen Konkurrenzkampf zwischen feindlichen und sich bekämpfenden Bründern, im Gegenteil, das Bestehen von zwei Musikvereinen führte zu einer schönen und kräftigen Aufwärtsentwicklung beider Vereine.

Die Musikgesellschaft Schopfheim

Eingang zu den Statuten der Schopfheimer Musikgesellschaft.


Die Überzeugung, dass die Musik das reinste und edelste Vergnügen gewähre – ein Vergnügen, das einzig in seiner Art ist, - hat schon vor geraumer Zeit einige Liebhaber derselben veranlasst, sich in einem freundschaftlichen Zirkel zu vereinigen und zur Unterhaltung sich mit Musik zu amüsieren. Die Mitglieder hatten die Gefälligkeit andern Personen, die musikalische Instrumente spielen, den Zutritt zu diesem Zirkel zu gestatten, wodurch die Anzahl derselben merklich gewachsen ist, sodass man sich entschlossen hat, eine musikalische Gesellschaft zu bilden und diesem Zusammentreten jener Musikliebhaber mehr Regularität zu geben und überhaupt das Ganze in einem erhabeneren Gesichtspunkt aufzustellen. In der sicheren Überzeugung, dass zur Haltung dieses Ganzen Regeln erforderlich seien, die die Gesellschaft beobachten will, um den erforderlichen Einklang hervorzubringen, der nur das Vergnügen, welches wir Mitglieder derselben genießen wollen, erhöhen und also in jedem Einzelnen sowie der ganzen Gesellschaft mehr Interesse geben soll, hat man beschlossen, der Gesellschaft folgende Statuten zu geben, deren Anerkennung durch eigenhändige Unterschrift dargetan wird. 

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Die Harmoniemusik Schopfheim

Mit der Anzeige an die Stadtverwaltung wurde zugleich die Bitte verbunden, den der Feuerwehrmusik bisher gegebenen jährlichen Zuschuss künftig der neuen Harmoniemusik zu geben.

Mit der Niederschrift über die erste am 06. Januar 1895 im Hirschen stattgefundenen Generalversammlung beginnen die Protokollbücher der Stadtmusik, die nun von da an lückenlos und sorgfältig geführt sind bis zum heutigen Tag. Als erster Vorstand ging Gustav Sutterer „aus der Urne" hervor, Dirigent wurde Karl Schneider. Unter diesem und seinem Nachfolger J. Pletzer von Lörrach gewann die Kapelle rasch an Ansehen, bald brachte sie auch die Preise von den Musikfesten mit nach Hause, gab jedes Jahr mehrere Konzerte und beteiligte sich als Festmusik an allen Festlichkeiten der Stadt. Schon am 22. Juli 1901 richtete der Verein das Markgräfler Gaumusikfest in Schopfheim aus. Einen Höhepunkt im Vereinsgeschehen bildete die Teilnahme an dem großen Musikfest in Villingen am 29. Juni bis 01. Juli 1901, wobei die Kapelle einen 2. Preis in der höheren Abteilung erringen konnte.

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Der Gesangverein Harmonie

Am 21. April 1844 taten sich noch einmal einige Musikfreunde zusammen und beschlossen einen Blechmusik-Verein zu gründen. Mit der Ausarbeitung eines Satzungsentwurfes erschöpfte sich jedoch anscheinend die Tätigkeit der Gesellschaft, die über kümmerliche Ansätze nicht herauskam.

 

Von dieser Zeit an war das musikalische Leben in Schopfheim, das bisher so reich und vielfältig sich entfaltet hatte, erstarrt. Es wurde wohl musiziert, aber nicht mehr im Zusammenspiel einer Musikgesellschaft. Die politischen Forderungen des Volkes, die immer lauter, unüberhörbar und stürmischer verlangte das Volk nach der Wiederherstellung eines einheitlichen deutschen Reiches, das ja im Jahr 1806 aufgehört hatte zu bestehen, unter preußischer Führung, mit der Rückkehr, aber nicht mehr unter der Führung von Österreich, die Bewilligung einer großen Zahl von Volksrechten, die in der Gesetzgebung verankert werden sollten. Daneben traten aber auch immer deutlicher republikanische Bestrebungen in Erscheinung. Die Wortführer dieser neuen Forderungen im Landtag waren Hecker, Struwe und Fickler. Aber das große Werk der Einigung auf der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt a. M. war gescheitert, der König von Preußen hatte die Annahme der deutschen Kaiserkrone „von Volkes Gnaden" abgelehnt. Unter den Abgeordneten in der Paulskirche in Frankfurt befand sich auch der Schopfheimer Fabrikant Ernst Friedrich Gottschalk. Der Reichsgedanke war begraben. Die Folge waren die Volksaufstände vom April und September 1848, die von badischen, hessischen und württembergischen Truppen niedergeschlagen wurden. Im Mai 1849 erhob sich die republikanische Bewegung von neuem in mächtigerer Entschlossenheit als zuvor, der sich jetzt auch das Militär anschloss. Meutereien fanden statt, eine Landesversammlung wurde einberufen, die eine neue republikanische Verfassung ausarbeiten sollte. Im Juni und Juli 1849 wurde der Aufstand durch preußische Truppen niedergeschlagen, das ganze Land besetzt, der Kriegszustand verhängt, unter dem alle freiheitlichen Regungen brutal verboten und unterdrückt wurden. Auf Jahre hinaus bestand daher keine Möglichkeit irgendeine geordnete und regelmäßige Vereinstätigkeit aufzubauen und auszuüben. Erst als nach der endlichen Aufhebung des Kriegszustandes im Jahre 1852 unter der segensreichen Regierung des jungen Großherzogs Friedrich I. wieder geordnete und erträgliche Zustände im Land Eingang fanden, regte sich auch wieder unter der Einwohnerschaft das Verlangen nach einer eigenen Musikgesellschaft. Aber es vergingen noch Jahre bis zu einer Neugründung.

Die Feuerwehrmusik

Am 05. Mai 1863 fasste der Gemeinderat auf Grund einer Anregung von einigen jungen Bürgern und Mitglieder der neugegründeten freiwilligen Feuerwehr des Beschluss zur Errichtung eines Musikkorps, da das Fehlen einer ortseigenen Musik je länger je mehr überaus schmerzlich empfunden wurde und der Beizug von fremden Kapellen bei festlichen Anlässen stets mit allerlei vermeidbaren Kosten verbunden war. So beschloss man die Errichtung einer der Feuerwehr anzugliedernden Musikkapelle. Zur Vergütung des Direktors wurde aus der Stadtkasse ein jährlicher Zuschuss in Höhe von 100 Gulden und zur Beschaffung von Instrumenten und Musikalien ein einmaliger Betrag in Höhe von 50 Gulden bewilligt. Zum ersten Vorstand wählten die Kameraden einstimmig den Reallehrer Karl Friedrich Geiler, den Sohn des Präzeptors Johann Jakob Geiler, erster Dirigent wurde der Musiklehrer Weis von Basel. Aber die allenthalben herrschende Freude über die neue, so lang entbehrte Musikkapelle war nur von kurzer Dauer.

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Die türkische Musik-Gesellschaft

Am 21. Februar 1819 wählte die Gesellschaft den Amtmann Lindemann, den ersten Beamten des seit 1810 bestehenden Bezirksamtes Schopfheim zu ihrem Direktor. Die Beziehungen zwischen beiden Musikvereinen waren recht rege und freundschaftlich, die türkische Musik kann gewissermaßen als Tochtergründung der ersten Musikgesellschaft betrachtet werden. Aber auch der türkischen Musik war kein langes Dasein beschieden und schon im Jahr 1824 schied auch sie wieder aus dem noch jungen und sehr anfälligen musikalischen Leben der Stadt aus.

Nun war diese also wieder ohne eigene Musik – ein Zustand, der den Einwohnern ganz und gar nicht passte. Im Jahr 1827 ergriff daher der Präzeptor der „Deutschen Schule" – heute Volksschule – Johann Jakob Geiler die Initiative und gründete eine neue Musik. Er begeisterte seine Schulbuben für die Sache, erteilte ihnen unentgeltlich Unterricht im Spielen der Instrumente und trat mit dieser jungen, musikbegeisterten Schar, zu der sich bald auch ältere Spieler gesellten, vor die Öffentlichkeit. Aber auch ihr Dasein war nicht von Dauer und im Jahr 1844 hörte man zum letzten Male von ihr.

Die Symphonie-Musik-Gesellschaft

Nachdem die unterzeichnenden Mitglieder der Musikgesellschaft darüber einig geworden, dass die Statuten der a. o. 1820 aufgelösten Gesellschaft, den von uns getroffenen Einrichtungen in den meisten Punkten nicht mehr anpassend seien, so wurden die nachstehend aufgeführten Gesetze entworfen und von der Gesellschaft angenommen, was hier jedes Mitglied durch Unterschrift bestätigt.

Gez. Onophrion Geiger; Ed. Steinhäussler; J. G. Geiger; J. J. Geiler; Gustav Friesenegger; Karl Friesenegger; Carl Grether; Georg Müller; Reinhard Reitzel; Friedrich Rupp; A. E. Genter; G. F. Pflüger; Ch. Gebhardt; Fr. Schopferer, Lehrer in Fahrnau.

Wie ernst man es mit dieser Neugründung nahm, mögen die folgenden Sätze beweisen, mit denen das Protokollbuch beginnt:

„Um dem Verein der Symphonie-Musik-Gesellschaft eine immerwährende Dauer zu verschaffen und um das Eigentum der Gesellschaft auf ewige Zeiten zu versichern, wurden zuerst in den hier folgenden Paragraphen abgefasst: Die unveränderlichen Fundamental-Gesetze:

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Die Stadtmusik Schopfheim

Die Harmoniemusik war es dann auch, die sich am 01. November 1912 umbenannte in Stadtmusik Schopfheim. Und die war es dann, die von jetzt ab die Tradition all der vorgegangenen, teilweise recht kurzlebigen Musikkapellen aufnahm und tatkräftig weiterpflegte bis auf den Tag, so wie es bis heute in ihrer Satzung verankert ist.

Mit der Niederschrift über den Jahresbericht für das Jahr 1913 in dem seit 1895 sorgfältig geführten Protokollbuch was das Zeitalter friedlicher und steter Aufwärtsentwicklung zu Ende gegangen, fortan zeigte das Jahr XX. Jahrhundert ein völlig anderes Gesicht. In jenem letzten Friedensjahr betrug der Mitgliederbestand 27 aktive, 230 Passive und 2 Ehremitglieder, der Inventarbestand wird mit einem Wert von 6.000,00 Mark angegeben.

Dann setzte der Krieg dem Leben in beiden Vereinen – der Harmonie und der Eintracht – ein jähes Ende, die meisten der aktiven Mitglieder wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Sofort nach Kriegsende bemühten sich Ratschreiber Albert Specht u. a. um eine Wiederingangsetzung des musikalischen Lebens, vor allem um eine Zusammenlegung beider Vereine, was dann in einer zu diesem Zwecke auf 23. Februar 1919 einberufenen Versammlung auch gelang, die seit 1903 bestandene Trennung in 2 Musikkapellen in der Stadt war damit wieder beseitigt. Der neue Verein nannte sich schlicht und einfach „Musikverein Schopfheim". Zum ersten Vorstand wurde Ratschreiber Albert Specht gewählt, zum zweiten der Zimmermeister Wilhelm Fix, Dirigent wurde Paul Vallroth, aber schon im Oktober wurde mit dem Obermusikmeister Fritz Köhn ein neuer Vertrag abgeschlossen. Zum Jahresende 1919 hatte der Verein wieder die Vorkriegsstärke erreicht.

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Die Knabenmusik

Im Mai 1925 gründete der 2. Vorstand Johann Eiche eine Knabenmusik, deren Leitung er dann auch übernahm, die aber am 25. September 1925 in die Stadtmusik übernommen wurde. Im Laufe diese Jahres erhielt die Musik seitens der Stadt ein neues Vereinslokal zugewiesen in der Oberrealschule, wodurch einem dringenden Bedürfnis Rechnung getragen wurde.

Das Streichorchester Schopfheim

Der Weltkrieg war vorüber. Die musiktreibenden Vereine, deren Tätigkeit durch den Militärdienst ihrer Mitglieder unterbrochen war, blühten erneut auf. Abgesehen von einer Vereinigung, die nach alten schriftlichen Aufzeichnungen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts bestand, war in Schopfheim Orchester (Streich-)-Musik von einem speziell zu diesem Zweck bestehenden Verein bisher nicht gepflegt worden. Im Dezember 1920 erwogen daher einige Schopfheimer Musikfreunde den Gedanken, ein Streichorchester in Leben zu rufen. Herr Klaus Winterhalder erließ zu diesem Zweck im „Markgräfler Tagblatt" ein diesbezügliches Inserat. Einige Tage später folgte eine Einladung an sämtliche musikliebenden Freunde zur Besprechung. Diese fand am 12. Dez 1920 statt und endete mit der Gründung des „Streichorchesters Schopfheim". Als Gründer werden aufgeführt: Zahntechniker Max Brunner, Färber Jakob Hagin, Kaufmann Max Rotzler, Blechner Otto Schleith, Gerichtsverwalter Anton Walter, Bierbrauer Klaus Winterhalder, alle in Schopfheim.

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Nächste Termine

24. September 2017 | 16:00 -
Winzerfest
Wo: Efringen-Kirchen

14. Oktober 2017 | 20:00 -
Doppelkonzert mit der Stadtmusik Weil am Rhein
Wo: Weil am Rhein